Erinnerung an den 11. September und Privates dazu



Der 11. September. Er ist nicht nur ein Datum wie es jedes Jahr vorkommt. Es ist ein Datum, welches vielen für immer Tot und Terror bedeutet. 

Die Anschlage von 2001 bleiben unvergessen. Nicht zuletzt weil wir alle die Bilder im TV sehen konnten. Und das auch mehrfach, über die Jahre. Ich denke jeder von uns weiß wohl noch, was er an diesem Tag gemacht hat. An diesem Tag vor 20 Jahren, der für viele Menschen das Leben verändert hat. 

Das erste Flugzeug schlug am 11.09.2001 um 08.45 Uhr (bei uns 14.45 Uhr) Ins Hochhaus ein. Erst dachte man noch an einen Unfall. Aber als um 09.03 Uhr (bei uns 15.03 Uhr) das zweite Flugzeug in den anderen Turm einschlug, war klar, das ist kein Unfall. 

Ich für mein Teil, war wie jeden Tag arbeiten. So wie die meisten Leute im WTC. Schließlich was dies ein Bürogebäude.

Ich saß mit meinen Kollegen im Büro. Unser Betriebsleiter war mit dem Wagen weg um etwas zu erledigen. Als er wieder kam, kam er direkt zu uns ins Büro und sagte, dass in den USA richtig was los ist. Die genauen Worte weiß ich nicht mehr. Aber er sprach von einem Anschlag größeren Ausmaßes. 

Da wir damals noch kein Radio im Büro hatten, sah ich direkt im Internet nach auf Bild.de

Und dort war groß ein brennender Tum zu sehen. Schon das alleine war unvorstellbar. 

Den ganzen Nachmittag verfolgten wir im Büro, was da abging. Ich habe das gelesen, wir sprachen im Büro darüber. Aber für mich war das alles so unvorstellbar, was da passierte. 

Ich machte dann recht zeitig Feierabend. Da ich gleitende Arbeitszeit hatte war das alles okl. Auf dem Weg nach Hause machte ich natürlich Autoradio an und hörte, was es Neues gab. Da wurden Dinge gesagt, dafür fehlte mir die Vorstellungskraft. Flugzeuge ins Hochhaus gekracht, Leute in dem Gebäude sprangen aus den Fenstern um nicht bei lebendigem Leib zu verbrennen, der Einsturz der Türme. Das waren massive Bauten, die konnten doch nicht einstürzen. 

Als ich zu hause war, warf ich direkt meine Tasche in den Flur und ging ins Wohnzimmer. Ich schaltete direkt den Fernseher an und sah die Bilder. Ich stand dann die ganze Zeit mitten im Wohnzimmer. Ich setzte mich nicht auf den Sessel wie ich es normalerweise tat. Ich stand bestimme eine Stunde da, und starrte auf den Fernseher, obwohl ich gar nicht realisierte was ich da sah. Ich habe ja schon viele Katastrophen im TV gesehen. Aber das überstieg jetzt alles bisher dagewesene. 

Ich konnte das einfach nicht fassen. Da sprangen Menschen aus dem Hochhaus. Sie stürzten sich nach unten, und siei wussten in dem Moment, dass sie nie wieder nach Hause kamen, nie wieder ihre Familie sehen würden und sie in den Arm nehmen würden. Es war klar, was passierte wenn sie unten auf dem Boden ankamen. 

Der Einsturz der Gebäude. 

Die Leute, die dann vermutlich noch da drin waren. Wie ich später hörte, gingen alle natürlich die Treppen runter. Aber es war anzunehmen, dass noch Menschen im Treppenhaus waren, als die Gebäude einstürzten. 

Das ist schon unglaublich. Ganz normale Leute, die nur ihre Arbeit machen wollten, so wie wir alle es wollten. Plötzlich war nichts mehr wie es war. Kinder waren wohne Elternteiil. Der Partner war nicht mehr da mit dem man ein gemeinsames Leben aufgebaut hatte. 

Aber es war ja nicht nur an diesem Tag so. Die Leute, die durch die zusammengestürzten Türme zwar nicht direkt betroffen waren, und den ganzen Staub abbekamen, waren dermaßen viele mit Asbest belegt, dass sie in den Jahren danach an Krebs erkrankten, und an dem viele von ihnen bereits gestorben sind. Sozusagen der Tod per Zeitzünder.

Meine Ex-Freundin, die sie damals noch nicht lange war, sagte mir sie kann einen Bekannten nicht mehr erreichen, der im WTC gearbeitet hat. Und sie machte sich natürlich gro0e sorgen. Aber nach ein paar Tagen bekam sie die Info, dass er im Krankenhaus lag. Zwar verletzt, aber lebendig. Da war sie natürlich froh drüber.

Es gibt ja von Anfang an Gerüchte, nach denen die Regierung diese Ereignisse selber herbeigeführt haben soll, damit sie in Afghanistan einmarschieren konnten und einen Grund dafür hatten.

Darüber zu diskutieren ist mir zu mühsam. Ich habe dazu meine Meinung. Nämlich dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Es gibt Leute, die ihre Gründe dafür haben, dies zu behaupten, aber es gibt dinge die kann man auch anders darstellen als sie ursprünglich sind. Und dies ist eine Verhöhnung  der Toten. 

Und zwar nicht nur im WTC sind viele gestorben, sondern es gab ja auch den Anschlag auf das Verteidigungsministerium mit einem vollbesetzten Passagierflugzeug. Und der Absturz eines vierten Flugzeugs, wo offenbar Passagiere die Entführer überwältigen wollten, weswegen das Flugzeug dann in ein Feld gestürzt ist.

Auch 20 Jahre danach, ist diese Sache nicht vergessen. Und auch nicht für die Angehörigen, die ihre Freunde und Familie brutal verloren haben. Man sollte nie vergessen, was passiert ist. Und alles dafür tun, damit sich sowas nicht wiederholt.

Die Welt ist in den letzten Jahren immer roher geworden. Man merkt es ja auch im eigenen Land auf der Straße. Muss das immer sein, dass man sich nur durch Gewalt definieren kann? Sicher hat es Gewalt schon immer gegeben. Aber wir sollten langsam mal damit anfangen, sie in Vergessenheit fallen zu lassen. Man muss nicht jeden Menschen mögen und lieben. Aber man kann auch einfach ignorieren und seine Ziele gewaltfrei durchsetzen. Es wird an der Zeit, umzudenken. Wer seine Ziele mit Gewalt durchsetzen will, sorgt zwar wie hier für Aufmerksamkeit, aber wirklich ernst nimmt ihn dann niemand. Und das gilt in allen Lebenslagen. Besser ist es seine Ziele auf andere Weise durchzusetzen. Das ist nachhaltiger, und es werden keine Menschen in Mitleidenschaft gezogen die gar nichts damit zu tun haben. 



Aus eigenem Anlass

An diese Zeit vor 20 Jahren erinnere ich mich also noch genau. Als wäre es gestern gewesen. Ist schon seltsam wenn ich bedenke, was seit dem in meinem Leben alles passiert ist. Kurz zusammen gefasst: 2 Omas, Vater, Opa, Onkel, Mutter, alle tot. 3 Firmen wurden geschlossen, bei denen ich als Sachbearbeiter oder Versandleiter tätig war. Das alles hat bei mir eine Depression verursacht, die dann zur Folge hatte, dass ich vor 3 Jahren in der Wohnung umgefallen bin, nicht wusste warum, und beim 5. mal nicht wieder aufstehen konnte. Ich lag 3 Tage am Boden, ich wusste was kommt wenn ich jetzt tagelang dort am Boden lag und nichts trinken konnte. Und es war mir egal. War ja niemand mehr da. Ich wollte nur noch einschlafen und nie wieder aufwachen. 
Heute bin ich in Rente und haben einen Schwerbehindertenausweis mit 80 %. 

Das ist natürlich nicht vergleichbar mit dem, was vor 20 Jahren dort passiert ist. Aber es erinnert mich an die Zeit, wie ich damals war. Körperlich kann ich nichts mehr ändern. Aber die Erinnerungen an Damals wecken den Wunsch in mir, wieder halbwegs das geistige Niveau von damals zu haben. 

So haben die negativen Ereignisse von damals auch eine positive Wirkung auf mich. Da ich die Zeit von damals wieder präsent habe, ist mir auch wieder präsent, wie ich damals war. Und da will ich wieder hin. Jedenfalls geistig. Ob es klappt, wird sich zeigen. 

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